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Ausstellung "40 Jahre BI Südheide: Ausstieg - die Aufgabe bleibt!"in der Bücherei Hermannsburg

Plakat als .pdf (6MB) Vor 40 Jahren gründeten engagierte Menschen aus Hermannsburg und Umgebung die "Bürgerinitiative Südheide für den Schutz vor Kernenergiegefahren" - Anlass für uns, mit einer Ausstellung und weiteren Veranstaltungen auf die Bürgerbewegung zurückzublicken. Trotz wichtiger Erfolge müssen wir auch nach 40 Jahren noch feststellen: "... die Aufgabe bleibt."

Eröffnung am Freitag, 12. August 2016 um 18.00 Uhr

Ausstellung vom 12.08.2016 bis 17.09.2016

Bücherei Hermannsburg - Harmsstraße 3a

Öffnungszeiten:

Dienstag, Donnerstag und Freitag 15 bis 19 Uhr

Samstag 9.30 bis 12 Uhr

Außerdem möchten wir auf folgende Sonderveranstaltungen hinweisen:

Do. 18.8. um 19:00 Uhr, Gemeindebücherei
"Widerstand aus Verantwortung",
mit Andreas Graf Bernstorff, Gartow, Forsteigentümer in Gorleben

Sa. 27.8. um 14:00 Uhr - 16:30 Uhr, Treffpunkt Gemeindebücherei
Info-Radtour zum Platz des damals geplanten Endlagers in Lutterloh, anschließend gemeinsames Kaffeetrinken in der Gemeindebücherei

Do. 8.9. um 19:00 Uhr, Gemeindebücherei
"Tschernobyl - Chronik einer Zukunft"
Lesung mit Texten der Literatur-Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch


Aus „Eine Chronik der Zukunft“

Berichte aus „Tschernobyl“ in einer Lesung der BI Südheide

Hermannsburg. 30 Jahre nach Tschernobyl und 5 Jahre nach Fukushima wollte die „Bürgerinitiative Südheide“ im Rahmen ihrer Ausstellung noch einmal auf die Auswirkungen dieser Reaktor-Katastrophen auf Mensch und Natur aufmerksam machen. Dafür bot sich das Buch „Tschernobyl – eine Chronik der Zukunft“ der Literatur-Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch an, in dem die Autorin Berichte älterer und jüngerer Menschen gesammelt hat, die als Bewohner der Region von der Katastrophe überrollt wurden.

Die Berichte, aus denen nur Auszüge vorgelesen werden konnten, zeigten in bedrückender Weise die Ahnungslosigkeit und Ratlosigkeit der Bevölkerung, die Ende April und noch Anfang Mai 1986 vergeblich auf Anweisungen der offiziellen Stellen wartete, denn auch diese traf ein solches Ereignis völlig unvorbereitet. Die Zuhörer wurden Ohrenzeugen von hilflos wirkenden Versuchen, die Gefährdungen einzudämmen, z.B. eingemachte Vorräte nicht zu essen, den gewohnten Gang in den Garten und in den Wald zu meiden oder kontaminierte Häuser in der Erde zu vergraben. Oder man erfuhr von Helfern, die bei
ihrem Einsatz im Reaktor-Umfeld so stark geschädigt wurden, dass sie nur noch wenige Tage zu leben hatten. Wegen der anhaltenden Verstrahlung mussten sich die Menschen dort auch daran gewöhnen, dass ganze Landstriche in der Region unbewohnbar bleiben werden.

Das Verdienst der Autorin ist es, dass sie die betroffenen Menschen dazu bringt, über ihre Gefühle, ihre Ängste, ihre Hoffnungen und Enttäuschungen zu sprechen. Gleichzeitig gelingt es ihr, auch deren traumatische Belastungen aufzudecken, weil die Befragten ihre jetzige notvolle Situation immer wieder mit dem vergleichen, was sie während des Zweiten Weltkrieges erleben mussten.

Zum Lesen der Texte konnten zwei Mitglieder der BI und zwei Schülerinnen und ein Schüler aus dem 12. Jahrgang des Hermannsburger Gymnasiums gewonnen werden, ein generationen-übergreifender Mix also, der bleibenden Bedeutung des Themas angemessen.

Albrecht Schack

von links: Marita Wöbbeking, Hanna Pralle, Jakob Oevermann, Julia Siemers und Gerlinde Steuernagel während der Lesung
Foto: Jürgen Eggers

Mähtermine 2016:

Sa., 24. September, ab 9:00 Uhr: Bahnhofswiese

Sa., 8. Oktober, ab 9:00 Uhr: Bernds Wiese ( am Ende der Straße "Alter Garten" )

Sa., 22. Oktober, ab 9 Uhr: Webels Wiese Süd (hi. Hof Schlüpke)

Sa., 29. Oktober, ab 9 Uhr: Holgers Wiese (nach Absprache evtl. tauschen)

Sa., 5. November: Ausweichtermin

Wer mitmachen kann, melde sich bitte bei Joachim Webel oder unter info@bi-suedheide.de


Hermannsburg, 01.06.16

Vortrag zu atompolitischen Themen von Jochen Stay bei der Bürgerinitiative Südheide

Jochen Stay, Sprecher von „.ausgestrahlt“, der bundesweit zentralen Organisation für Initiativen und Vereine, die sich kritisch mit der Nutzung und den Folgen der Atomkraft beschäftigen, sprach kürzlich vor interessierten Gästen auf der Mitgliederversammlung der „Bürgerinitiative Südheide“.

Dieser Verein ist aus dem Engagement hunderter Bürger der Südheide vor genau 40 Jahren entstanden, um 1976 ein geplantes Atommüllendlager und eine Wiederaufbereitungsanlage für Atommüll bei Lutterloh in der Südheide zu verhindern.

„Bis 2022, wenn der letzte deutsche Atommeiler vom Netz gehen wird, fallen immer noch Unmengen an Atommüll an, für dessen sicheren Verbleib in den nächsten Jahrtausenden gesorgt werden muss“, so Stay. Außerdem bestehe bis dahin immer noch das seit Tschernobyl und Fukushima nicht mehr nur als „theoretisch“ dahingestellte, sondern das real eingetretene „Restrisiko“ einer schweren Atomkatastrophe in Deutschland.

Rückblickend auf die beiden großen Atomkatastrophen 1986 und 2011 stellte Stay fest: „Es hätte noch viel schlimmer kommen können: Wenn z. B. in Fukushima der Wind die Hauptbelastung des Fallouts nach Süden verfrachtet hätte, wäre der Großraum Tokio und damit wohl eine der bedeutenden Wirtschaftsmächte der Welt, Japan, kollabiert.“

Die von der Bundesregierung und den Atomkonzernen kürzlich getroffene Vereinbarung zur Kostenübernahme bei dem Rückbau und der Entsorgung der Atomreaktoren verurteilte Stay scharf: „ Die Kosten werden damit auf die Allgemeinheit und damit alle Bürger verteilt, also sozialisiert, während die späteren Gewinne der Konzerne unangetastet bleiben, damit privatisiert werden.“

Außerdem wies der Redner nach, dass die bisherigen offiziellen Kostenberechnungen weit unter den tatsächlich zu erwartenden Kosten liegen, wodurch weitere, hohe finanzielle Belastungen auf alle Bürger bis zum Ende dieses Jahrhunderts unvermeidbar sind. Stay kritisierte zudem die im öffentlichen Raum verwendete, aus seiner Sicht irreführende Begrifflichkeit „Kosten des Atomausstieges“, letztlich handele es sich bei den Kosten um solche, die durch den Einstieg in die Atomkraft und deren Nutzung seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts anfielen.

Zuletzt rief er angesichts der Empfehlungen für die Endlagersuche, die im Sommer eine Kommission bekanntgeben wird, alle Anwesenden und die Öffentlichkeit auf, wachsam und kritisch zu bleiben. „ Möglicherweise werden dann wieder Orte ins Spiel gebracht, die auch schon in den 70er Jahren einmal auf dem Tisch lagen“, so Stay.

Jochen Stay (Mitte) und der Vorstand der BI-Südheide e.V., Foto: J.Eggers, Text: A.Weber

 


Tschernobyl Mahnwache 26.April 2016


Berichte und Fotos vergangener Aktionen der BI finden Sie unter "Aktivitäten"


 

     
 
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